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Der Senf-Sheriff von Gate 42

10 Jul

Wenn der kleine Hunger kommt, weiß er oftmals auch schon, wessen letzte Stunde geschlagen hat. Bei mir hat er leichtes Spiel: Zarte, saftige Frankfurter mit echtem Kren und Estragon-Senf. Und da schwöre ich auf die österreichische Version.

In der Theorie ist das alles schnell gemacht, in der Praxis allerdings droht ein Spiel auf des Messers Schneide. Denn: Kein Estragon-Senf, nirgends. Aber ich fliege morgen nach Wien.  One-Day-Business-Trip-mit-Handgepäck-only. Die Fragen aller Fragen: Komme ich mit zwei Tuben Mautner Markthof Estragon-Senf („Das würzig-scharfe Original aus feinster frischvermahlener Senfsaat…“) , je 330ml, im Handgepäck durch den Security-Check?

Am Abend zuvor dann die Blitzrecherche.

Die Sicherheits-Richtlinien sagen:  „Seit dem 6. November 2006 dürfen maximal 100 ml einer Flüssigkeit oder eines ähnlichen Stoffes ins Handgepäck… Zu Flüssigkeiten gehören: Getränke, Gels, Cremes, Sprays, Shampoos, Sonnenlotion, Rasierschaum, Zahnpasta aber auch Feuchtigkeitstücher, Honig und sonstige Brotaufstriche, Lippenstifte und Suppen.“

Wikipedia sagt: „Die größte Verbreitung findet Senf von jeher zu einer Paste verarbeitet, da sich seine Schärfe so am besten entfalten kann. Traditionell wird der Senf dazu mit Traubenmost vermischt…“

Showdown auf dem Flughafen Wien-Schwechat, Gate 42. Die entscheidende Frage: Ist eine Paste tatsächlich eine Flüssigkeit? Oder: Verhindert der Senf-Sheriff am Security-Check mein Abendessen?

Hier der Dialog in arg gekürzter Form. Senf-Sheriff: „ Verboten, das ist eine Flüssigkeit und mehr als 100ml.“ Ich: „Erlaubt, das ist eine Paste, keine Flüssigkeit.“ Er: „Verboten…“ Ich: „Erlaubt!“ Er: „Verbo…“

Dann die Rettung! Die elegante Dame im schwarzen Hosenanzug und teurem Business-Gepäck hinter mir mischt sich ein, lautstark: „Endlich sehe ich so einen mal im Original. Das ist also einer dieser berüchtigten Senf-Terroristen! Das Zeug ist ja auch hochexplosiv. Sofort festnehmen oder ich schreie…“

Was für ein Abend! Die Frankfurter vom Metzger meines Vertrauens mit frischem Kren und Estragon-Senf – welch ein Genuss. Welch ein Auftritt, danke „Lady in black“…

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