San Remos zweite Chance: „La Dolce Vita“ reloaded!

28 Dez

San Remo – das hört sich ziemlich nach „damals“ an. Nach Hollywood-Schaukeln, Capri-Sonne aus der Tüte, Spaghetti-Eisbechern und Übertragungen von waghalsigen Radrennen (Mailand-San Remo) in der schon damals angestaubten ZDF-Sportreportage am Sonntagnachmittag…

San Remo heute hat (wieder) chic und dort an der italienischen Riviera lässt es sich (noch immer) prima leben – mit dem nötigen Kleingeld wohlgemerkt. Aber es gibt sie auch hier noch, die kleinen Gasthäuser, die für überschaubare Preise ambitionierte, regionale Küche bieten. Und dazu einen frisch-fruchtigen Hauswein.

Das Ristorante „Nuovo Piccolo Mondo“ liegt in einer kleinen Seitenstraße der Altstadt und bezeichnet sich selbst als „Antica Trattoria“. An kleinen Gesten wird hier nicht gespart. Zum Brot reichen die Damen und Herren des Hauses edles Olivenöl (Foto oben). Ebenso eine Sünde wert: Geschmortes Kaninchen  mit Oliven und Pinienkernen (Foto unten).

„Nuovo Piccolo Mondo“
Via Piave 7,
18038 Sanremo (Italien)
Tel. 0184.509012 / Mobil: 335.6662111

„Vinerie“ mit Herz, in der sich Flaschen gerne köpfen lassen!

24 Dez

Es ist wie so oft im Leben: Es gibt Weinbars – und es gibt Weinbars. Bei den einen ist die Nase der Gäste ziemlich weit oben und sind die Gläser ein wenig knapp eingeschänkt aus Flaschen mit Etiketten, die man aus Hochglanz-Magazinen kennt. Und dann gibt es die anderen Bars: Der Chef ist hier sein ärgster Kritiker und was es bei ihm bis ins Glas geschafft hat, darf das getrost als Auszeichnung verstehen.

Die „Vinerie Pirona“ hat sich letzteres Prädikat verdient. Der wirklich arg strapazierte Spruch ist hier ein echtes Versprechen: Du kommst als Gast und gehst als Freund. Und  meist später als du am Anfang gedacht hattest…

Vinerie Pirona
Via dell‘ Annunziata 6c
34100 Triest  (Italien)

Große Schlemmereien – über Vickys wachen Dackelaugen

19 Dez

Auf der Rückseite der Visitenkarte ist die akribische Zeichnung einer Mini-Landkarte. Oben Florenz, unten Siena und in der Mitte rechts Lecci. Stimmt zwar, aber der Weg ins Ristorante Malborghetto ist so einfach nicht. Er istverbunden mit einer langen, kurvenreichen Anreise an einen der einsamsten (Höhen-)Ärmel der Toskana.

Dafür wird der Gast belohnt  – erst einmal mit der Gunst von Vicky, der schelmischen Dackeldame des Hausherrn. Motto: Da muss doch einfach etwas vom Teller fallen…

Und natürlich auch belohnt mit dem Essen:  Der Vorspeisenteller ist großes Kino, ebenso wie das Wildschwein-Gulasch und das gegrillte Lamm. Dazu ein größeres Schlückchen vom weißen Hauswein – und die Welt kann kommen…

Ristorante Malborghetto
Lecce in Chianti – Gaiole (SI)
Dienstags geschlossen

www.malborghetto.net

Zum Niederknien: Pilgerstätte des göttlichen Grills

30 Okt

Planung ist alles – oder jedenfalls fast. An Florenz muss man sich ranpirschen mit dem Auto (in der City gibt es weniger freie Parkplätze als Ungläubige im Vatikan). Artig in irgendeinem Vorort  in Bahnhofsnähe geparkt, rein in den nächsten Nahverkehrszug und das Abenteuer kann beginnen. Tut es auch. Konnte ja kein Mensch ahnen, dass ausgerechnet dieser lahmarschige Milchkannen-Express nicht am Hauptbahnhof hält…

Nach einem kurzen Wendemanöver (von uns ,  nicht vom Zug) taucht er dann doch auf, der Kopfbahnhof Firenze Santa Maria Novella (kurz Firenze SMN). Es sind nur noch wenige Minuten bis zur Pilgerstätte des göttlichen Grills. Die Trattoria Mario liegt direkt am Markt und ist voll. Jeden Tag. Immer. Seit 1953.

Jetzt beginnt ein ganz genau festgelegtes Prozedere. Tür auf, den Tresenmann erwischen, seinen eigenen Namen sagen, die Anzahl der Personen, die mit rein sollen, fertig. Der Mann notiert alles sorgfältig auf einer Liste, auf der schon viele Namen stehen. Dann darf man wieder zurück auf die Straße – und warten. Warten. Und warten. In diesem Falle gerade mal 23 Minuten, mit knurrendem Magen waren das aber gefühlte zwei Stunden.

Dann in es geschafft, wir sind drin, sitzen an einem dieser kleinen Tische, von denen es in Italien bestimmt vier Millionen gibt. Es kommen Wasser, Wein und die Vorspeise – Tagliatelle mit Wildschwein-Ragout. Klasse. Aber deswegen sind wir nicht hier. Jedenfalls nicht nur…

Nach einer weiteren sehr unterhaltsamen halben Stunde – inzwischen wurde die nächste Karaffe Hauswein geliefert – ist dann Bescherung.  Auf einem großen Teller kommt das Bistecca alla fiorentina, die Königin des italienischen Steaks. Mit Knochen ca. ein ganzes Kilo schwer, knusprig und zart, intensiv im Geschmack, einfach sensationell.

Und bei Mario gib es diese Qualität zum Niederknien für einen echten Schlankheitspreis. Unser gutes Stück, das wir uns zu zweit geteilt haben, kostet gerade mal 35 Euro.  Kein Wunder, warum die Leute hier um Einlass betteln. Jeden Tag außer sonntags und während der Ferien im August. Seit 1953…

Trattoria Mario
Via  Rosina 2r
Florenz, Italien
www.trattoria-mario.com/index_english.html

This Isreal / This Israel

28 Okt

Wenn der Großstädter vor Freude weint…

27 Okt

Wer in einer deutschen Großstadt wohnt und dort auch durch die gastronomischen Reviere streift, kann sich kaum vorstellen, dass dieser Bewirtungsbeleg (Foto) tatsächlich das Datum von 2011 trägt.

Ein kleines Dort mitten in Franken, ein wirklich gut-bürgerliches Wirtshaus. Hier gehen sie alle hin, die Einheimischen. Weil hier die Gerichte so auf den Teller kommen, wie sich das gehört. Rustikal, deftig, heiß – und günstig.

Das Bier kommt aus der Region und kostet schlanke 1,80 Euro den halben Liter. Und das hausgemachte Schäufele mit krosser Kruste, Sauerkraut und Klos geht für bescheidene 6,80 Euro über den Tresen…

Wer’s persönlich testen will, die Infos über dieses Wirtshaus findet man auf dem Foto.

Alte Mauern, moderne Küche: „Sfäär“ im Rotermann-Viertel

18 Sep

Das Rotermann-Viertel mitten in Tallinn, eine gelungene Symbiose aus Fabrikarchitektur und Moderne. Benannt wurde dieses Gelände zwischen Altstadt und Passagierhafen nach dem Industriellen Christian Abraham Rotermann, der im 19. Jahrhundert hier seine Fabriken errichtet hatte.

Gastronomisches Highlight ist das „Sfäär“, ein stylisches Restaurant-Café mit gelungenem Retro-Mix. Kurz: Colles Design und leckeres Essen. Die Seafood-Suppe (Foto) mit edlen Zutaten ist perfekt, auch die Hauptspeisen wie „Lamb patty – minced lamb patty seasoned with chilli, coriander and onions fried in butter served with mashed potato and skinless baked tomatoes” (für 10 Euro) oder  “chicken roulade served with a curry omelette, black plums, potato purèe and a tarragon and wine sauce” (ebenfalls 10 Euro) überzeugen.

Ein idealer Treffpunkt für den Businesslunch genau wie für ein ausgedehntes Schlemmerdinner…

„Sfäär“
Mere pst. 6E
Tallinn, Estland
www.sfaar.ee